Remensniderhaus

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Das Remensnider-Haus in der Brüderstraße 26 ist das berühmteste Profangebäude der Stadt. Es gehört zu den bedeutendsten Fachwerkbauten Westfalens.

Der Bauherr Hinrick Aldach, genannt Remensnider, ließ es 1521 erbauen. Seine Bedeutung erhält es durch seinen bedeutenden Figurenschmuck. Allein 21 Figurenknaggen befinden sich an der Schaufassade. Sie stehen in drei Reihen. Die untere zeigt die menschlichen Laster, darüber befinden sich die Heiligen drei Könige und verschiedene Heilige. Von links nach rechts sind Andreas, Matthias, Katharina, dann weitere Figuren der Anbetung zu sehen. Ganz oben befinden sich in der Mitte Jesus der Weltenrichter, links Augustinus, rechts Nicolaus sowie die beiden Apostel Petrus und Paulus. Die Spitze des Torbogens bilden zwei ineinander verschlungene Drachen. Im Keller des Gebäudes sind mehrere Spolien verbaut, die offenbar zu einem alten Kamin gehörten.

So sind zwei Konsolen mit Motiven der Frührenaissance und mehrere rußbedeckte Werksteine zu finden. 1899 ging der Besitzer des Hauses in Konkurs, der Abriss drohte. Die Stadt kaufte es für 13.000 Mark, davon gab die Provinz 5000 Mark und das Land 3000 Mark Zuschuss. Dafür musste sich die Stadt verpflichten “die Front dauerhaft in gutem Zustand zu halten”.

Das rechts daneben stehende Engelking-Haus von 1532 beherbergte noch bis in die 40er Jahre eine Seilerei. Während umliegende Gebäude im Krieg zerstört oder von Planierraupen zerfleddert wurden, überstand dieser reizende Komplex beider Fachwerkhäuser liebevoll restauriert die Zeit. Das gegenüber liegende Gymnasium, das einen reizvollen Kontrast zu den Fachwerkhäusern bildete, wurde leider später durch einen hässlichen Betonklotz ersetzt.