Petrikirche

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Seit 1692 gibt es in Herford eine reformierte Gemeinde. Sie machten von dem durch den Westfälischen Frieden 1648 gewährten Recht Gebrauch, einen reformierten Hofprediger zu berufen. 1692 gestand Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg auch den Reformierten in der Stadt das Recht zur öffentlichen Religionsausübung zu. Die Gemeinde war anfangs nur klein. Die ersten Gottesdienste fanden in Privathäusern statt, dann in der Augustinerkirche in der Brüderstraße. Ab 1800 wurden die Gottesdienste in der Wolderuskapelle abgehalten. Durch den Zuzug aus dem reformierten Lippe wuchs die Gemeinde um 1900 stark an, so dass 1901/02 die Petrikirche gebaut wurde.

 

Es ist der erste Kirchenbau der Stadt, der als evangelische Kirche gebaut wurde. Der Baustil wurde den gotischen Zentralbauten des 14. Jahrhunderts mit kreuzförmigem Grundriss nachempfunden. Für die Architektur war Hugo Schneider, Architekt und Professor der Königlichen Kunstakademie in Kassel, verantwortlich. Der Turm ist 46 Meter hoch und hat unterhalb des Helms eine ringsherum führende Galerie. Der Turm trägt drei Bronzeglocken.

 

Die mittlere Glocke ist ein Geschenk der Stadt Herford. Sie wurde 1690 als Rats- und Wachtglocke für den im August 1848 abgebrochenen Turm der Nicolaikirche am Alten Markt gegossen und trägt die Inschrift “Mein Klang bedinet den Rat, Mein Sturm zeigt Feuersnot. Lass dir befohlen sein die Stadt, o großer Gott. M. Johann Fricke had mich gegossen Anno 1690.”  An der Turmwand außen befindet sich die von Hinkeldey   geschaffene Gedenktafel für das Infanterie-Regiment Graf Barfuß. Dieses Regiment wurde von 1914 bis 1918 geistlich von der Petrigemeinde betreut.

 

Anfang der 90er Jahre wurden immer stärker Schäden sichtbar, die durch die Grundwasserabsenkung in dem Bereich verursacht wurden. Mehrere Millionen Mark mussten in die Rettung des Gebäudes investiert werden.

 

Angesichts der kleiner werdenden Gemeinde hatte die Kreissynode des Kirchenkreises Herford entschieden, dass die Petri-Gemeinde 50 Prozent zu viele Räumlichkeiten hatte. Daher wurde die Kirche ab 2007 umgebaut und am 14. Dezember 2008 wieder geöffnet. Anschließend wurde das Gemeindehaus verkauft. Das Gebiet der Kirchengemeinde erstreckt sich über die Stadt Herford und die Gemeinde Hiddenhausen.

 

Seit 1993 steht die Kirche unter Denkmalschutz.