Mathilden-Krankenhaus

Mathilden-Krankenhaus_01_Renntorwall.jpg_g

1887 begann in einem kleinen Gebäude am Renntor die Geschichte des heutigen Mathildenhospitals. In dem Jahr trafen in Herford die ersten Thuiner Franziskanerinnen ein. Ursprünglich sollten die Schwestern der “Stiftung Bethlehem” in Herford nur in der ambulanten Krankenpflege tätig werden. Doch der Bedarf auch an stationären Pflegeplätzen stieg ständig.

Wurden in Herford 1818 noch 5.832 Einwohner gezählt, waren es 1863 mit 10.717 fast doppelt so viele. Der einsetzende Entwicklungsschub in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, in der auch die Industrialisierung in Herford spürbar Fahrt aufnahm, trieb weiter viele Menschen in die Städte. Nachdem die Schwestern immer mehr Patienten auch stationär aufnahmen, entstand aus der Pflegestation an der Renntormauer 1-3 allmählich ein kleines Krankenhaus, für das am 25. Juni 1891 schließlich die königliche Regierung in Minden die offizielle Genehmigung erteilte. Sechs Jahre später waren am Renntorwall bereits 9 Schwestern ständig beschäftigt.

Das Krankenhaus nahm immer weiter an Bedeutung zu. 1891 wurde unter Pfarrer Johannes Körper das Gebäude erstmals vergrößert. Dadurch erhöhte sich die Anzahl der Betten von 20 auf 50, die Zahl der Ordensschwestern wuchs auf 18. Auf dem Gelände entstanden eine Kapelle und eine Vikarie. Am 10. August 1901 wurde ein Neubau (Architekt König) mit 70 Betten eingeweiht. Bald wurde auch der erweiterte Bau zu klein, so dass 1913 bereits wieder angebaut werden musste. Während der beiden Weltkriege wurde, wie andere Krankenhäuser, auch das Katholische Krankenhaus als Lazarett genutzt.

Als im II. Weltkrieg die ersten Bombenangriffe auf Deutschland geflogen wurden, brachte man auf der Dachfläche ein überdimensionales Rotes Kreuz an, in der Hoffnung, dass die feindlichen Bomber das Gebäude als Krankenhaus verschonen würden. Es half jedoch nichts. Am Tag der schwersten Bombardierung Herfords, am 3. März 1944, wurde auch das Krankenhaus getroffen. Nach dem Krieg wurde wieder erweitert. Als am 26. November 1957 der Neubau feierlich geweiht wurde, bekam das Katholische Krankenhaus seinen neuen Namen, “Mathilden-Hospital” in der “Stiftung Bethlehem”.