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Marienkirche – Stadtfuehrer Herford

Marienkirche

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Alles begann mit der Marienvision auf dem Hügel vor der Stadt. In deren Folge wurde bald eine kleine Michaelskapelle auf dem Luttenberg errichtet. Die Gründung des Stiftes selbst, des monastirium sanct mariae ad crucem in monte extra muros erfolgte im Jahr 1011 durch die Äbtissin Gotesda (1001–1040). Das Stift war für die Töchter des niederen Adels bestimmt, denen der Zugang zum hochadeligen Pussinnen-Stift in Herford verwehrt blieb. Ein erster frühromanischer Kirchenbau mit kreuzförmigem Grundriss wurde im Jahr 1018 vom Paderborner Bischof Meinwerk geweiht.
Der heutige Bau ist zwischen 1290 und 1350 als hochgotische, westfälische Hallenkirche auf einem fast quadratischen Grundriss entstanden. Noch vor ihrer Fertigstellung wurde sie feierlich 1325 geweiht. Reste der romanischen Wände des Vorgängerbaus sind noch heute gut erkennbar auf der Nord- und Südseite integriert. Der Ostgiebel mit seiner kombinierten Form aus Stufen- und Dreiecksgiebel ist in seiner Vollendung wohl einmalig. Der dreigliedrige, gotische Ziergiebel gilt als reichster Mariengiebel Westfalens. Direkt dahinter, im Kircheninnenraum, befindet sich eine weitere Besonderheit. Der sogenannte Fünfachtelabschluss des Gewölbes wird in einem geraden Chorabschluss aufgefangen. Bei oberflächlicher Betrachtung entsteht jedoch der Eindruck, dass der Chor mit einer Apsis abgeschlossen ist. Der Blick auf die Gewölbe lässt vermuten, dass dieser Bereich als letzter eingewölbt wurde.
Über das gesamte Mittelalter blieb die Marienkirche eine bedeutende Wallfahrtskirche. Erst seit 1548 wurde sie evangelische Pfarrkirche. Bereits 1712 gab es umfangreiche Reparaturarbeiten. Während der napoleonischen Besatzung wurde sie bis 1813 als Pferdestall zweckentfremdet. Vollkommen heruntergekommen, musste das Gebäude anschließend beinahe wegen Baufälligkeit abgerissen werden, konnte aber erhalten werden. 1823 wurde das Dachwerk des Chores erneuert. Der alte, baufällige Turm musste 1893 abgebrochen werden und bis 1906 durch einen erheblich höheren ersetzt.
Zwischen 1900 und 1904 ließ die Gemeinde die Kirche aufwändig restaurieren und gleichzeitig erheblich umgestalten. Das bis dahin freistehende Dach des Chores wurde an die Quersatteldächer des Kirchenschiffes herangeführt. Dazu musste man die Dachflächen des Kirchenbaus angleichen und steiler ausführen. An der Nordostseite war zu diesem Zeitpunkt noch die alte Sakristei angebaut. Der vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammende Fachwerkaufbau wurde beim Umbau 1903/04 ebenfalls entfernt. Innen wurde die Nonnenempore im Westen durchgehend nach Süden und Norden verlängert. Neue Forschungen haben ergeben, dass die bekannte, vermeintlich gotische Innenausmalung damals nicht freigelegt und erneuert wurde. Vergleiche haben gezeigt, dass zeitgleich unter anderem die Nicolaikirche in Lemgo und die Marienkirche in Bielefeld von denselben Künstlern mit nahezu identischen Malereien gotisiert wurden.
Bis 1957 blieben die Ausmalungen erhalten. Dann wurde bei Renovierungsarbeiten der komplette Deckenputz mit den Malereien herausgeschlagen und durch eine moderne, einfache Gestaltung ersetzt. Bei einer weiteren grundlegenden Renovierung wurde 2004 der Hochaltar weiter nach hinten versetzt und ein neuer Sandsteintisch vor dem eigentlichen Altarraum aufgestellt. Die Kirchenbänke wurden entfernt und durch Stühle ersetzt. Auch wenn diese Maßnahme nicht auf allgemeine Zustimmung stieß, ist seitdem das alte Raumgefühl der westfälischen Hallenkirche grandios wieder hergestellt. In der Kirche befinden sich heute zwei Orgeln. Die neue Collon-Orgel, so benannt nach ihrem Baumeister aus Brüssel, wurde ebenfalls im Jahre 2004 eingeweiht.
Seit 1981 steht die Marienkirche unter Denkmalschutz.
Sie gehört zweifellos zu den schönsten gotischen Kirchen Deutschlands.

 

Literatur: Helfried Prollius, Die Stiftkirche St. Marien auf dem Berge zu Herford, 1991