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Lübbertor – Stadtfuehrer Herford

Lübbertor

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Als in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit der Neustadt die erste Siedlung Herford nach Norden erweitert wurde, musste ein Teil der sumpfigen Flächen des neuen Stadtgebietes aufgefüllt werden. Dieses Materials kam überwiegend aus dem neuen Stadtgraben, der aus Richtung Bergertor mühsam vor der neuen Stadtmauer in den Mergelboden gegraben wurde. Von diesem ersten Graben, dem Binnengraben, ist nichts erhalten geblieben. Etwa 200 Jahre später wurde mit dem heutigen Stadtgraben ein weiterer künstlicher Wasserlauf ausgehoben. Dieser zweite Graben wurde, wie der erste,  durch das Wasser der Werre gespeist.
Händler, die aus der Norddeutschen Tiefebene nach Herford reisten, zogen durch das Lübbertor in die alte Neustadt und folgten auf diesem Weg sicherlich der abenteuerlichsten Passage zur Stadt. Hatten die Händler und Reisenden die weit vor der Stadtmauer liegende Landwehr passiert, führte der alte Hellweg weiter an den alten Richtplätzen vorbei. Diese wurden zur Abschreckung außerhalb der Stadt repräsentativ auf Erhebungen an Handelsstraßen und Wegekreuzungen platziert. Auf Karten des 18. Jahrhunderts sind sie noch eingezeichnet, die alten Flurnamen Auf dem Alten Galgen oder der Alte Galgensiek.
Dann galt es, die Enge unterhalb des Luttenberges zu queren, am Rande des sumpfigen Gebietes im Lübberbruch, entlang der heutige Mindener Straße. Unmittelbar vor der Stadtbefestigung führte der Weg noch an der Kapelle der Heiligen Drei Könige, der Kirche des Siechenhofs, vorbei. Hier, außerhalb der Stadt, wurden jene Ausgestoßenen aufgenommen, von denen bei Berührung Ansteckungsgefahr drohte. Noch vor der Pest war Lepra bis in die Neuzeit eine der großen Seuchen des Mittelalters. In ihrer Hilflosigkeit setzten die Bürger ihre betroffenen Mitmenschen aus, daher der Name Aussätzige.
Wenige Meter weiter mussten die Reisenden, nachdem sie eine Vortor passiert hatten, die hölzerne Zugbrücke überqueren. Zwischen den beiden Stadtgräben befand sich etwa auf der Höhe des heutigen Walles dann ein zweites, größeres Stadttor. Danach musste ein steinerner Brückenbogen überquert werden, bevor das letzte, innere Stadttor passierte werden konnte. Erst dann war man in der Stadt.
Mitte des 18.Jahrhunderts kam in Etappen auch hier das Ende der Stadtbefestigung. Bis Anfang des 19. Jahrhundert soll das Lübbertor angeblich noch gestanden haben. Dass es 1806 während der Napoleonischen Besatzung abgebrochen wurde, damit die französischen Gespanne mit der geraubten Quadriga das Tor passieren konnten, ist eine nette Geschichte. Sicher belegt ist sie nicht.
Zu Ende des 19. Jahrhundert wurde das Ufer der Werre erstmals zum Teil gefasst. Zwischen dem Bergertor und dem Lübbertor führten Gleise der Kleinbahn nach Bad Salzuflen. Offiziell wurde die Kleinbahn am 1. August1902 in Betrieb genommen und 1930 elektrifiziert. Am 1. Juli 1962 stellte man den Betrieb leider ein. Auf der alten Trasse kann man heute noch prima spazieren gehen. Auf der anderen Richtung führt das schönste Teilstück des Stadtwalles zum Wilhelmsplatz. Viele Villen der Gründerzeit sind hier erhalten geblieben.
Seit Anfang der 50er Jahre setzten Planungen ein, die aus Herford eine moderne, autogerechte Einkaufsstadt machen sollten. Anfang 1960 hatte nur jeder zehnte Herforder ein Kraftfahrzeug angemeldet, knapp zehn Jahre später waren es weit mehr als doppelt so viele. Für Entlastung sollte der „Innenstadt-Tangentenring“ sorgen, der mit brachialer Gewalt quer durch die Neustadt geführte wurde. 1962 hatte man von der Hämelingerstraße her die neue Straße bis zur Lübberstraße durchgebrochen. Bis auf zwei Gebäude wurde im Bereich Lübbertor stadteinwärts alles abgerissen. Auch im Holland, der Bergertormauerstraße, der Lübberstraße und im Endebutt wüteten die Abrissbagger. Fast nichts erinnert mehr an die alte Straßenführung.