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Linnenbauer – Stadtfuehrer Herford

Linnenbauer

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Eingeweiht 24. Juni 1909
Kosten rd. 6.850 RM, davon Unterbau 850 RM, Guss 6.000 RM
Bronze, Neuer Sockel aus Anröchter Sandstein

 

Künstler:
Gregor von Bochmann, Düsseldorf
Geboren am 23.09.1878 in Düsseldorf als erster Sohn des Malers Gregor von Bochmann
Studierte an der Düsseldorfer Akademie unter Karl Janssen
Heiratete am 01.09.1905 Marianne Feddersen, Tochter des Malers Hans Peter Feddersen

Gefallen während des Ersten Weltkrieges am 20.09.1914 in der Schlacht an der Aisne in Frankreich (bei Laon)

Von Bochmann studierte an der Düsseldorfer Akademie bei Karl Janssen. Der Bildhauer wurde schon früh anerkannt, bereits 1904 bekam er die Große Goldene Staatsmedaille in Wien für die Bronzefigur “Abschied”. Gregor von Bochmann beteiligte sich an Ausstellungen in Wien, Dresden, Köln und München. Nach dem Tod des Bildhauers wurde 1917 eine Gedächtnisausstellung mit über 100 Arbeiten in Düsseldorf eröffnet. Er schuf Brunnenplastiken, Porträtbüsten, Akte, Statuetten und Reliefs, anfangs in impressionistischer, gelegentlich auch in naturalistischer Formungsweise, später Annäherung an den Klassizismus Hildebrands.
Die Idee zum Bau des Denkmals geht am 5. Dezember 1903 von W. Menkhoff (Herforder Leinenverein) aus. Der erste Verein für Leinen aus reinem Handgespinnst wurde 1851 von Weddigen als Gegengewicht gegen die starke Konkurrenz der Baumwolle und gegen die englischen und irischen Maschinen gegründet. Am 1. Januar trat an dessen Stelle der Zusammenschluss zum Herforder Leinenverein. Leinenweberei blickt auf eine lange Tradition zurück.
“Bis etwa 1860 kamen die Ravensberger Linnenbauern zu einem großen Markte für Garne und fertige Gewerke nach Herford, wo in zwei langen Reihen die Hauptstraße vom Deichtor bis zur Mittelstädter Brücke von ihnen besetzt war.”
Herforder Zeitung für Stadt und Land, 24. Juni 1909.
Vorbild für das Denkmal ist der Kiepenkerl in Münster. Zuerst soll der in Herford bestens bekannte Bildhauer Wefing mit der Ausführung betraut werden. Am 7. Februar 1904 schreibt ihm Bürgermeister Quentin und fragt nach den Kosten für eine solche Figur in Kupfer. Dazu kommt es jedoch nicht, weil der Kunstverein für Rheinland und Westfalen nur dann 4000,00 M beisteuert, wenn der Künstler von ihm beauftragt wird.
Der Vorstand des Kunstvereins entsendet zwei Professoren aus Düsseldorf nach Herford, welche schließlich “den nach der Mittelstädter Mühle zu belegenen Eckpfeiler der Brücke für ganz hervorragend geeignet zur Aufstellung einer solchen lebensgroßen Figur aus 1 ½ bis 2 Meter hohen Sockel hielten…”.
Nachdem der Kunstverein den Zuschuss zugesagt hatte, stimmten auch die Stadtverordneten im Januar 1907 für das Standbild. Gemeinsam mit dem Kunstverein wurde vom Leinenverein ein Wettbewerb ausgeschrieben. Im November 1907 wurden schließlich 45 eingegangene Modelle von Künstlern aus dem Rheinland und Westfalen ausgestellt. Auf Wunsch des Magistrats besuchten Quentin und Wilhelm Menkhoff am 23. November die Ausstellung und durften anschließend eine Empfehlung aussprechen. Sieger wurde Gregor von Bochmann aus Düsseldorf.  Modell stand der Elverdisser Handweber Friedrich (Frittken) Oberdiek (1844-1919), der noch im hohen Alter in diesem Beruf arbeitete. Bis 1914 übte auch sein Sohn August noch die Handweberei aus.

 

“Die Mutzpfeife im Munde, die Holster auf dem Rücken, hält der Alte unter dem Arm eine Rolle Linnen, dabei in einer echt bäuerlichen, verschmitzten Weise auf den in der Hand haltenen Geldbetrag blickend, jedoch ist der Gesichtsausdruck so wohl gelungen, dass bei aller Verschmitztheit der Blick nicht der alten ravensbergischen treuen Gutmütigkeit entbehrt.” Herforder Zeitung für Stadt und Land, 24. Juni 1909

 

Bei der Einweihung waren der Künstler, Landrat v. Borries, Ehrenbürger Quentin und einige Professoren aus Düsseldorf Ehrengäste. Die Festrede hielt der 1. Bürgermeister Busse.

 

“An dem Gabelfrühstück im Hotel Rhode, das der Feier folgte, nahmen 40 Herren teil.” Kreisblatt 24. Juni 1909.

 

Ab 1940 wurden alle Metallteile der Herforder Denkmale abmontiert und zum größten Teil für den Endsieg eingeschmolzen. Weshalb der Linnenbauer als einziges Denkmal verschont blieb, ist dem Autor nicht bekannt. Nach dem Abbruch der Mittelstädter Brücke 1970 stand der Linneweber lange Zeit fast ebenerdig. Nachdem er mehrmals Opfer jugendlichen Übermuts wurde, entschloss man sich, ihn wieder auf einen Sockel zu stellen. Von dort betrachtet er, schmunzelnd sein Geld zählend, die unentwegt an ihm vorbeiziehenden Fußgänger. Dass er jetzt an einem der schönsten Plätze der Stadt steht, wird ihm wohl noch mehr Freude machen.

 

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