Lebuin-Gedenkstein

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Alte Heerstraße, Hilgenböcke
Herford/Schwarzenmoor
2002
Gneis

Ausführung:
Schrift: Firma Henke (Bad Oeynhausen), Figur: Mathias Polster

Stifter Heinrich Wemhöner
*23.06.1929 in Herford, †24.06.2006 in Herford
seit 2004 Ehrenbürger der Stadt Herford

Immer wenn Heinrich Wemhöner am Grundstück seines Nachbarn vorbei kam, musste er auch an einem großen Stein vorbei. Eines Tages schließlich war es soweit, der Stein war seiner. Er hatte schon einige Zeit ein Projekt vor Augen, das er mit dem gewaltigen Findling nun umsetzten konnte: Die Schaffung eines würdigen Gedenksteins an der Hiligenböcke.
Hilgenböcke oder Hiligenböcke kommt von “heiliger Buche”. Der erste Gedenk-Baum wurde bereits 1934 für ein wahrhaft denkwürdiges Ereignis gepflanzt, das Baumwunder des heiligen Lebuin. In der Vita Lebuini wird berichtet, dass Lebuin sich um 775 auf eine Reise in das Innere des christenfeindlichen Altsachsens begeben habe. Er erschien während einer Versammlung der Sachsen und mahnte sie, den christlichen Glauben anzunehmen. Mit dem Tode bedroht verschwand Lebuin vor den Augen der Heiden. Bereits im 15. Jahrhundert beschreibt der Historiograph Werner Rolevinck die Geschichte. Nördlich der Stadt, soll sich auf der Egge ein Baum durch die Gnade Gottes geöffnet und so den heiligen Lebuin verborgen haben. Möglicherweise wurde dieser Ort im Mittelalter ein Wallfahrtsort. 1910 schreibt der Herforder Chronist Normann, dass hier möglicherweise eine Kapelle gestanden habe. Deshalb pflanzte man 1934 nahe der Stadtgrenze einen Gedenkbaum zu Ehren des Heiligen Lebuin. Allerdings konnten Uneingeweihte beim besten Willen nicht von dem Bäumchen am Straßenrand auf die Bedeutung des Ortes schließen. Deshalb ließ Heinrich Wemhöner den Findling in die Werkstatt von Friedrich Henke nach Bad Oeynhausen bringen. Hier wurde Figur und Schrift eingeschlagen. Seit dem Frühjahr 2002 steht der Stein unübersehbar an der Buche.

Literatur: Herfords Geschichte, Paul-Otto Walter 2006