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Kriegerdenkmal – Stadtfuehrer Herford

Kriegerdenkmal

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Eingeweiht 18. Oktober 1879, Alter Markt
Umsetzung 21. Januar 1964 zum Alten Friedhof Friedhofstraße
Kosten rd. 16.000 RM
3,60 m hohe Gruppe besteht aus Rakewitzer Sandstein

 

Künstler:
Heinrich Wefing (* 12.09.1854 in Eickum; † 06.07.1920 in Berlin)
Wefing studierte ab 1871 in Berlin an der Königlich-Preußischen Akademie (1875 umbenannt in Königlich-Akademische Hochschule für bildende Künste). 1907 bekommt Wefing das Patent zum Königlich-Preußischen Professor verliehen. Er schuf eine ganze Reihe Denkmale für den Raum Herford, unter anderem das Wittekinddenkmal, das Kurfürstendenkmal, die Grabstätte der Familie Siveke auf dem alten Friedhof Hermannstraße, den Roon-Stein in Laar oder das Relief zur Wittekinds Taufe in der Stiftskirche Enger. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Aufträge knapp, Wefing hielt sich als Kunstlehrer über Wasser. Mit 65 Jahren starb er an einer schweren Grippeerkrankung.

 

Unmittelbar nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870–1871 und Gründung des Deutschen Kaiserreiches, wurde in nahezu jedem Ort ein Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen der Kriege geschaffen. Auch in Herford fand sich eine unter Führung des Landrats Dr. von Borries eine Denkmalskommission zusammen. Bald wurde der Auftrag für ein Ehrenmal an den von Borries und Oberbürgermeister Quentin favorisierten Wefing vergeben. Unmittelbar zuvor hatte dieser sein Studium an der Berliner “Königlich-Preußischen Akademie der Bildenden Künste” abgeschlossen. Zu dieser Zeit wurden in Berlin gewaltige Repräsentationsgebäude errichtet, für die große Mengen Rakwitzer Sandstein aus Schlesien verarbeitet wurden. Auch Wefing entschied sich für das gut zu bearbeitende und doch widerstandsfähige Material.
Das Denkmal wurde Anfang 1879 fertig. Was fehlte, war die Entscheidung in Herford über dessen zukünftigen Standort. Unzählige Debatten im Rat führten jedoch zu keinem Ergebnis.

 

Herforder Kreisblatt vom 19. Juni 1879:
“Die Angelegenheit unseres Kriegerdenkmals macht gegenwärtig die Runde durch die Westfälischen Zeitungen. Die Essener Zeitungen bemerken dazu: So ruht das Denkmal schon seit Monaten in Berlin, monatlich muß dafür 24 Mark Miethe bezahlt werden, und schon soll die Summe auf 200 M. angewachsen sein. Sollte man dergleichen für möglich halten?”
Nach langem Ringen wurden nur noch zwei Standorte favorisiert, der Wilhelmsplatz und der Alte Markt. Zu guter Letzt wurde beschlossen, die Verantwortung für die Entscheidung anderen zu überlassen.

 

Herforder Kreisblatt 15. August 1879:
“Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, nunmehr in der Krieger-Denkmal-Angelegenheit die Entscheidung Königlicher Regierung als Conflicts=Behörde anzurufen; damit wird diese Sache in formeller und materieller Beziehung ihren gesetzlichen Austrag finden – hoffentlich so schleunig, dass die Enthüllung dennoch dem sehnlichsten Wunsche der ganzen Bevölkerung entsprechend, wenigstens am 18. October cr. stattfinden kann. Die Arbeiten sollen inzwischen in einer Weise fortgesetzt werden, dass sie event. für beide Plätze anwendbar sind.”

 

Die Preußen entschieden sich schnell für den Alten Mark. Als Standort wurde die Stelle bestimmt, an der ein Jahr zuvor das Altstädter Rathaus abgebrochen wurde. Am 6. Oktober traf schließlich der mittlerweile in Berlin lebende Bildhauer Wefing in Herford ein, um nach der Errichtung des Denkmals auf dem Postament letzte Hand an sein Werk zu legen.

 

Bei der feierlichen Enthüllung beschreibt Oberbürgermeister Quentin die Gruppe:
Die hehre Gestalt der Walküre, welches dieses Denkmal zieret, erinnert daran, wie schon in grauer germanischer Vorzeit als die höchste Mannestugend, galt den heimatlichen Gau, den heimatlichen Herd zu vertheidigen und als die schönste Ausübung dieser Tugend, mit den Waffen in der Hand vor dem Feind zu sterben. Doch der treuen Todten wartet auch ein schöner Lohn. Wenn der wilde Kampf ausgetobt, schweben die hehren Gestalten der Schlachtjungfrauen, der Walküren über das Gefilde, enthoben die Todten und führten sie hinauf zur ewigen Freude.” 

 

Die Feierlichkeiten dauerten den ganzen Tag an. Nach einem gewaltigen Festumzug traf man sich im Schützenhof zu einem großen Festkonzert. Dessen Räume und all die zusätzlich aufgebauten Zelte konnten die Festteilnehmer bei weitem nicht fassen. Trotzdem war alles bester Laune. Quer durch die Stadt wurde gefeiert. Auch das schlechte Wetter konnte die Stimmung nicht trüben. Über hundert ausgewählte Gäste hatten sich im neuen Hotel Rhode zum ausgiebigen Festessen eingefunden. Oberbürgermeister Quentin versprach, dass der Magistrat dieser Stadt ohne Ende Sorge tragen werde, dass dies herrliche Bauwerk, dieses Denkmal der Liebe und Pietät unversehrt erhalten bliebe, von Geschlecht zu Geschlecht.
Als ein neuer Standort nach der Umsetzung des Denkmals diskutiert wird, spricht sich Ernst Schwabedissen, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, entschieden gegen den Wilhelmsplatz aus. Der Wilhelmsplatz sei kein Abstellplatz für Denkmäler. Kurze Zeit ist der Münsterkirchplatz im Gespräch. Schließlich wird das störende Denkmal am 21. Januar 1964 ohne großes Aufsehen auf den alten Friedhof umgesetzt.

 

Literatur: Langweilig ist es Woanders, Mathias Polster 2009

 

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