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Jahn-Stein – Stadtfuehrer Herford

Jahn-Stein

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1. Fassung eingeweiht 1. September 1907 (Sedanfeier)
Künstler:
Heinrich Wefing (* 12.09.1854 in Eickum; † 06.07.1920 in Berlin)
Standbilder in Herford: Wittekinddenkmal, Kurfürstendenkmal, Kriegerehrenmahl

Bronze-Gedenktafel
1 Meter hoch
Granitfindling
Kosten rd. 2.000 RM (wurde von den Sportvereinen aufgebracht)
1942 eingeschmolzen

2. Fassung Oktober 1955
Künstler:
Alfred Reichel ( *1856, †1928)
Schüler von Reinhold Begas, dem Hauptvertreter der neobarocken Berliner Bildhauerschule
Das bekannteste Werk Reichels ist das Denkmal König Friedrich Wilhelm I.
Errichtet 1912 in Neukölln/Berlin, anlässlich des 175. Jahrestages der Aufnahme  von 350 Glaubensflüchtlingen aus Böhmen.

Sockel von H. P. Hinkeldey (*12.04.1893, †11.11.1953)
Hinkeldey schuf in Herford unter anderem das Kriegerehrenmal auf dem Münsterkirchplatz.

Im November 1905 wurde bei Erdarbeiten auf dem Schildkamp vor dem Renntor ein gewaltiger Findling ausgegraben. Schnell entstand der Gedanke, “die Stadt mittels dieses Steines mit einem neuen Denkmal zu schmücken”. Am 12. Dezember des gleichen Jahres schlugen die vier Herforder Turnvereine (“Turngemeinde”, “Jahn”, “Stiftberger Turnerbund” und “Turnerbund”) vor, den Findling zu nutzen, um ihrem ehrwürdigen Turnvater Friedrich Ludwig Jahn” (*1778; †1852) auch in Herford ein würdiges Denkmal zu setzen.

In der Welle der Denkmalsbewegung war auch er bald ein beliebtes Motiv in Deutschland geworden. Jahn gilt noch immer als Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war.

Als Standort wurde die Stiftberger Straße zum Schützenhof erbeten. Da der Stadt, außer dem städtischen Schutz und Pflege keine weiteren Kosten entstanden, stimmten die Stadtverordneten dem Antrag am 18. Januar 1907 zu.

Um die beteiligten Turnvereine würdig zu präsentieren, wurden zusätzlich mehrere Granitfelsen organisiert. Verwaltungsbericht 1905/10: “Den Riesenfindling, welcher ein 1 Meter hohes Relief des alten Turnvaters Jahn in schönster und packendster Vollendung zeigt (ein Werk unseres heimischen Meisters Professor Wefing), tragen mehrere andere große Granitfelsen, auf denen sich die Namen der hiesigen vier Turnvereine eingetragen finden.”

Am Sonntag, dem 31. August wurde der Stein anlässlich der Sedanfeier feierlich eingeweiht.
Verschiedene Posaunenchöre eröffneten den Festakt. Die Weihereden hielten Herr Gymnasialdirektor Prof. Dr. Windel und Bürgermeister Busse. Anschließend marschierte man zum Schützenhof, wo auf die Gäste ein Bühnenschauturnen der hiesigen Vereine wartete. Höhepunkt war der nächtliche Ball, von dem später die Lokalpresse schrieb: “Dann aber lockten Klarinett und Fiedel zum Tanz, und es soll spät geworden sein, bis der zu Ende war. Aber das junge Volk ist ja nun einmal so. Gut Heil”.
Bei der Gelegenheit wurde die Stiftberger Straße noch in Jahnstraße umbenannt.

Zwanzig Jahre später ist die Grünanlage: “…nach neuzeitlichen Gesichtspunkten vollständig umgestaltet worden”. Im Verwaltungsbericht 1927-1933 wird die Anlage beschrieben. “Vor dem im Mittelstück stehenden Jahnstein ist eine kleine Terrasse aus Bruchsteinen angeordnet. Eine breite Treppe von der Jahnstraße aus führt zur Terrasse, auf der zwei Ruhebänke aufgestellt sind. Der Jahnstein selbst ist mit geeignetem Gehölz und Rankengewächsen umpflanzt. Die rechts und links vom Mittelstück liegenden beiden Grünflächen sind ihrer natürlichen Geländeoberflächengestalt entsprechend mit Krummholzkiefern, Säulenwachholder, kriechendem Wacholder, Kiefern, Birken und Weide bepflanzt worden. Der hiesige Verschönerungsverein hat in anerkennenswerter Weise die Umgestaltung dieser Anlage finanziell gefördert.”

Das Ende kommt abrupt. 1942 wurde die  Bronzetafel abgerissen und für den Endsieg eingeschmolzen. Die Anlage verschwand spurlos. Fast. Der Findling, der später umgelegt wurde, befindet sich noch heute an dem ursprünglichen Standort.

Nach dem Krieg wurden bald Stimmen laut, die sich für die Wiedererrichtung des Gedenksteines stark machten. Ziel war es ursprünglich, das neue Denkmal zur hundertsten Wiederkehr des Todestages Jahns zu enthüllen. Daraus wurde jedoch nichts. Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Dr. Bäernklau, favorisierte, unterstützt vom Verschönerungsverein, Verkehrs-Verein und der Turngemeinde den ursprünglichen Standort. Die Stadt war anderer Meinung und setzte sich schließlich durch.

Den neuen Sandsteinsockel schuf der in Herford lebende Bildhauer Prof. Hinkeldey. Die gebrauchte Büste war irgendwo im Osten dem Einschmelzen entgangen und mittlerweile in Herford gelandet.  Die Spur zum Bildhauer, der die Vorlage für die Büste modellierte, führt über die Bronze selbst. An ihr befindet sich die Signatur des Berliner Künstlers A. Reichel, der die Gussvorlage bereits Anfang des 20. Jahrhunderts herstellte.

Im Oktober 1955 wurde nach einigem Hin und Her und viel Ärger schließlich die Büste Jahns am heutigen Standort auf den Sockel montiert und feierlich eingeweiht.

Die Freie Presse schrieb dazu am 21.10.1955 “Lange hat das Problem der Verlegung des Jahndenkmals die Gemüter bewegt. Jetzt endlich ist es zur Ruhe gekommen. Gut 50 m unterhalb der alten Stelle hat die bronzene Büste des Turnvaters jetzt einen neuen, hoffentlich endgültigen Standort erhalten. Der schwere Findling verblieb an seinen Platz und wurde in den Rasen eingebettet.
Jetzt steht das Denkmal zur Freude der Stadtbildverschönerer an einer besseren, wesentlich sichtbareren Stelle auf einem geschmackvollen Sockel mit der Aufschrift: “Friedrich-Ludwig Jahn, 1852-1952.”

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