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Friedhof Hermannstraße – Stadtfuehrer Herford

Friedhof Hermannstraße

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Bereits 1873 war der erst 1808 geöffnete Friedhof am Eisgraben belegt. Für die Erweiterung bis zur Lippischen Bahn kaufte die Stadt zwei Grundstücke auf. Auf einem Areal von ca. 9 Morgen (1Morgen = 25 Ar, 1 Ar = Quadrat mit Kantenlänge von zehn Metern) plante der Oeynhauser Architekt Tornow eine Anlage, durch die mehrere, gerade verlaufende Wege den Friedhof in sieben Felder aufteilten. Auch das Hochkreuz und das Friedhofstor stammen von Tornow. Die Friedhofskapelle entstand 1891 nach Plänen des Stadtbaumeisters Schuckert. Am 19. März 1873 wurde der Friedhof eingeweiht. Bis 1908 wurde durch Grundstückszukäufe der Friedhof auf seine heutige Größe gebracht. Dann waren alle Reserven erschöpft. Spätesten um 1910 begannen die Planungen für einen neuen, großen Zentralfriedhof, dem 1924 eingeweihten „Ewigen Frieden“.
Der Friedhof an der Hermannstraße ist Zeitzeuge der stürmischen Entwicklung, die Herford nach Gründung des Deutschen Reiches nahm. Bedeutende Herforder Bürger, Politiker und Industrielle wurden hier beerdigt. Allein um das Hochkreuz wurden von Anfang an acht repräsentative Erbbegräbnisse angelegt. Viele Namen sind untrennbar mit der jüngeren Stadtgeschichte verbunden. Rose, Quentin, Brandt, Siveke, Höpker-Aschoff, Wemhöner und Ernstmeier sind eine kleine Auswahl der klangvollen Namen.
1971 wurde geplant, dass die Nutzung des Friedhofes in den 80er Jahren auslaufen sollte. Aus der Anlage sollte eine Parkanlage geschaffen werden. Gegen diesen Beschluss wandte sich 1984 eine Bürgerinitiative. Bei einer Bürgerbefragung wurden über 1.000 Unterschriften gesammelt. 1988 wurde der Beschluss von 1971 wieder aufgehoben, so dass noch heute hier Bestattungen durchgeführt werden können. Mittlerweile steht der Friedhof als hervorragendes Zeugnis der Friedhofskultur in der Gründerzeit unter Denkmalsschutz. Leider haben das einige Herren in der Friedhofsverwaltung noch immer nicht begriffen.

Literatur: Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 2007, Annette Huss „Der Städtische Friedhof an der Hermannstraße in Herford“