Friedhof Ewiger Frieden

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Bis 1908 konnte durch Grundstückszukäufe der Friedhof an der Hermannstraße noch etwas erweitert werden. Dann waren alle Reserven erschöpft. Es wurde im wahrsten Sinne des Wortes eng auf den Herforder Friedhöfen. Bereits im August 1909 war das Problem Thema der Herforder Friedhofskommision. Die Suche nach einem geeigneten Gelände gestaltete sich problematisch. Schließlich fand man es in der Neustädter Feldmark; ein großes Grundstück, das zum Eimterbäumer Hof gehörte. Das 26,5 Hektar große Gelände liegt zwischen der  Mindener und der Eimter Straße. Nach Norden wird es durch einen tiefen Graben begrenzt. Nur Eingeweihte wissen, dass sich in dem Hang zum Friedhof hin noch Teile der mittelalterlichen Landwehr verbergen.
Spätesten 1910 begannen die Planungen für einen neuen, großen Zentralfriedhof, dem am 11. Juli 1924 eingeweihten “Ewigen Frieden”. Es ist der größte Herforder Friedhof. Geplant wurde er unter der Federführung des Herforder Stadtbaurats Messerschmidt und des Garteninspektors Petznick. Der Entwurf sah vor, die Friedhofsplanung, vier durch Alleen getrennte Einzelflächen, in vier getrennten Bauabschnitten umzusetzen. Wichtig war dabei zum einen, der drohenden Eintönigkeit der Fläche entgegen zu wirken, aber auch Übersichtlichkeit und eine leichte Orientierung zu gewährleisten. In der Mitte wurde das sieben Meter hohe Hochkreuz aus Stahlbeton errichtet, umgeben von einer kleinen Umfassungsmauer. Heute steht das Hochkreuz in einem Efeuberg, die Mauern sind verschwunden. Vermutlich wurde die Pflege zu aufwändig.
Der geplante Bau der Friedhofskapelle sollte noch Jahrzehnte dauern. Als Provisorium für die Trauerfeiern wurde das Erdgeschoss des Wohnhauses Ewiger Frieden 30 genutzt, im Keller die Leichen aufgebahrt. Ohne Abtrennung lagen meist mehrere Tote nebeneinander. Im gleichen Haus war auch noch eine Familie untergebracht, der Geruch im Haus war insbesondere in den Sommermonaten unerträglich. Erst 1952 wurde ein Wettbewerb für die Kapelle ausgeschrieben. Der Bielefelder Architekt Herbert Brüchner-Hüttemann bekam den Zuschlag, im März 1955 wurde das Gebäude eingeweiht.
Es gibt auf dem Friedhof eine Reihe verschiedener besonderer Abteilungen. Zu ihnen gehören die Begräbnisplätze der polnischen und russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter. Und besondere Grabmale sind hier zu finden. Unter andern eine Plastik Richard Scheibe (* 1879 in Chemnitz; † 1964 in Berlin).

Literatur: Historische Jahrbuch für den Kreis Herford 2002/2003, Annette Huss, Der Städtische Hauptfriedhof von Herford