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Die Quelle an der Jahnstraße – Stadtfuehrer Herford

Die Quelle an der Jahnstraße

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Wenn das Wort Denkmal fällt, denken wir meist an figürliche Darstellungen, repräsentative Plätze oder schöne Gebäude. Doch es gibt auch andere Denkmale, deren hoher Wert schon allein in ihrer Existenz begründet ist. Eines davon steht an der Jahnstraße und ist so unscheinbar und versteckt, dass nur Insider von ihm wissen. Eingewachsen steht es in der Nähe des Jahndenkmals, nur wenige Meter von der Straße entfernt.
Die alte Schrift auf dem kleinen Sandstein ist nicht leicht zu entziffern.

 

Auf dem Stein ist zu lesen:

 

HIER IST DIE QUELLE
DES SCHOENEN
DURCH ROEHREN
IN DIE STADT
FLIESSENDEN WASSERS
HUETE DICH
SOLCHE
ZU VERDERBEN
1740

 

Weshalb war es vor 270 Jahren offensichtlich so wichtig, auf die Besonderheit des “schönen” Wassers hinzuweisen und eindringlich vor der Verschmutzung zu warnen?
Die Entwicklung von Stift und Stadt Herford ist untrennbar mit den sie umgebenden und durchfließenden Gewässern verbunden. In der Radewig und in der Altstadt gab es eine Reihe von öffentlichen und Hausbrunnen, die die Wasserversorgung sicherten. In der Neustadt war die Versorgung problematischer. Dieses Gebiet gehörte vor der Gründung der Neustadt in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Sumpfgelände des Lübberbruch. Vor der neuen Stadtmauer wurde ein Graben gezogen, in den, neben der Bowerre, ein Teil der Werre geleitet wurde. So hatte man zwei Kanäle geschaffen, um das Gebiet des neuen Stadtteiles zu entwässern. Zusätzlich wurde der Aushub des Stadtgrabens in das tiefer liegende Gelände Neustadt gebracht und so das Bodenniveau erheblich angehoben. Vermutlich geht der Name der Straße Auf dem Holland auf den Umstand zurück, dass es, von der Altstadt gesehen, erst hier wieder eine Erhöhung gab. Der tiefer liegende Bereich dazwischen wurde mit dem Aushub aufgefüllt. Der Name Holland blieb, erstmals erwähnt wurde er übrigens 1337 als “upme Hollande”.
Das Wasser, das die Stadt durchfloss, wurde als Brauchwasser genutzt und hatte kaum Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Dafür gab es an verschiedenen Stellen öffentliche Brunnen. Auch die Brunnen, die in der Neustadt gegraben wurden, haben offenbar minderwertiges Wasser geliefert, das wohl als Haushaltswasser und zum Tränken des Viehs taugt, als Trinkwasser eher ungeeignet war. Frischwasser jedoch war von eminenter Bedeutung, da sich durch verunreinigtes Wasser oft Krankheiten ausbreiteten, die im schlimmsten Fall zu Epidemien wie Cholera oder Typhus führen konnten. Julius Normann, der 1910 die umfassendste Chronik Herfords schuf, vermutet, dass die Bürger spätestens 1599 den Entschluss fassten, eine Quelle am Luttenberg anzuzapfen. Hier traten mehrere kleine Schichtquellen zu Tage, die schließlich zu einem kleinen Bach zusammenflossen. Normann schreibt: “Von den vielen von den Bergen rinnenden Wasseradern hat man in frühester Zeit eine wegen ihrer Reinheit bevorzugte Quelle gefasst und sie zu einer Wasserleitung in die Neustadt benutzt.”
Für die Wasserleitung wurden Baumstämme, sogenannte Pipen, ausgehöhlt. Diese Art der Wasserversorgung war bereits im Mittelalter durchaus üblich. Dafür wurden etwa 20 cm starke Baumstämme mit Drillbohrern aufgebohrt. Nachdem man die Röhren ineinander geschoben hatte, wurden die Stöße mit Leinen oder Hanffasern  und Pech abgedichtet.

 

Wo die Leitung mündete ist unklar. Lediglich der Verlauf entlang der Lübberstraße wird verschiedentlich erwähnt. In einer undatierten Chronik, die sich zu Normanns Zeiten im Museum befand, erwähnt der Verfasser: “Auf der Lübberstraße haben einige Häuser auch Pfeiffen-Borne, deren Röhren ehemals vom Pagenmarkt bis aufs neue Markt gegangen sind.”
Die Vermutung, dass mit dem Wasser der Neustädter Brunnen gespeist wurde, ist eher unwahrscheinlich. Das zusätzlich eindringende Brackwasser aus dem modrigen Untergrund hätte das schöne Wasser unbrauchbar gemacht. Sicher gab es mehrere Sammelbecken in den Kelleranlagen der mittelalterlichen Häuser. Noch im Jahr 1875 wird in der Herforder Presse von den Quellen berichtet: “welche der Lübberstraße das schöne Wasser durch Springbrunnen geben”. Der Neustädter Brunnen wurde jedoch schon 1830 verkauft.
Dass es 1740 eines Hinweises bedurfte, dass der Abfluss an der Jahnstraße nicht beschädigt werden soll, weist darauf hin, dass es doch vorgekommen sein muss. Ob es sich dabei lediglich um dumme Streiche oder um böswillige Zerstörung handelt, ist jedoch nicht sicher.
Mit der Einweihung des ersten Wasserwerkes 1896 endete die Geschichte der Herforder Hausbrunnen. Wann die Quelle an der Jahnstraße versiegte, ist nicht bekannt.

 

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