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Deichtor – Stadtfuehrer Herford

Deichtor

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Zwei der fünf mittelalterlichen Stadttore befanden sich in der Radewig.
Über fünf Jahrhunderte führte der Weg durch das Deichtor, früher auch Dick-Port genannt, auf die alte Handelsstraße der Fernhandelskaufleute. Die Händler reisten über den Pass im Osning und von da weiter nach Westen. Die ehemalige Wallanlage soll ihren Namen von einem außerhalb der Stadtmauer gelegenen Radewiger Teich erhalten haben.
Von der alten Mehrtoranlage am Deichtor in die Radewig, dem ältesten Stadtteil Herfords, ist nichts geblieben. Auch die heutige Deichtorbrücke ist nicht das Original.
Die Brücke führt über einen künstlichen Wasserlauf, den Stadtgraben. Noch vor hundert Jahren waren dessen Ufer nicht gefasst, was besonders bei Hochwasser zu Schäden führte.
Bereits im Hochmittelalter wurde nur wenige Schritte entfernt die Aa angestaut. Dadurch schufen die Herforder eine Staustufe, die gewährleistete, dass das Wasser im den Radewig umziehenden Stadtgraben ausreichend Gefälle hatte. Im Laufe der Zeit reichte den Bürgern ihre erste Verteidigungsanlage nicht mehr aus. Dem ersten Wasserlauf, dem Binnengraben des 13. Jahrhunderts, wurde vermutlich zweihundert Jahre später ein zweiter vorgelagert, der Butengraben.
Jetzt mussten Reisende auf dem Weg nach Herford eine Zugbrücke überqueren, nachdem sie durch das Vortor gekommen waren. Am Brückenende befand sich eine weitere Durchfahrt, vermutlich ein größeres Gebäude. Danach folgte offenbar eine steinerne Brücke, an die sich ein weiteres Stadttor anschloss. Es gibt abgesehen vom Brandplan des 17. Jahrhunderts keine zeitgenössischen Abbildungen.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfielen die Verteidigungsanlagen immer mehr. Die Kosten standen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Entwicklung der Waffentechnik hatte die Stadtmauern großteils überflüssig gemacht. Die Mauern zerbröckelten, die Gräben verschlammten, die Stadt war pleite. Noch immer zahlte man an den Schulden aus dem Dreißigjährigen Krieg. Bis 1720 wurden die Wälle von der Stadt selbst genutzt oder verpachtet. Danach wurden sie, auf Erlass König Friedrich Wilhelm I., dem jeweiligen Kommandanten der preußischen Garnison zur Verfügung gestellt. Schließlich richtete die Stadt 1764 an den König die Bitte, den Wall verkaufen zu dürfen. Der stimmte zu.
Als es 1765 zum Verkauf  des Walles kam, sorgte man sich im Rat, dass der Bereich weiter verkommen könnte. Damit dieser nicht nur als Steinbruch genutzt wird, stellte man für potenzielle Käufer einige Regeln auf. In einer Akte vom 15. Juli des Jahres heißt es unter Punkt 5: “Damit der Wall nicht gar zu inegal werde, muß ein District, so wie er verkauffet wird, entweder gantz planieret oder in statu quo (im alten Zustand) belassen werden.” Der Deichtorwall bis zum Rondell wurde für 211 Taler an Herrn Ellerbrock verkauft, der dazu noch einen weiteren Teil des Walls ersteigert. Der Bereich vom Deichtor bis zur heutigen Herthabrücke ging für 132 Taler an Herrn Klingenberg junior.
Nach dem Abbruch der alten Befestigungsanlagen wurden an allen ehemaligen Stadttoren Zollhäuser errichtet. Noch 1826 stand eines unmittelbar zwischen der Brücke am Stadtgraben und der Mühlengasse. In den kleinen Gebäuden lebte und arbeitete der Zöllner, bis nach Gründung des preußisch-deutschen Zollvereins 1834 allgemein die Zollschranken im Deutschen Reich fielen. Bald danach wurde das Gebäude abgebrochen.

Heute sind fast alle Spuren der Verteidigungsanlage ausgelöscht. Einige wenige Reste der Stadtmauer sind in der Radewig noch erhalten geblieben. Ein etwa zwanzig Meter langes Teilstück ist noch in der Mühlengasse zu sehen. Von den vermutlichen 10 Metern Höhe sind gerade noch 2 Meter übrig geblieben.
Obwohl sich in den letzten hundert Jahren der Bereich tiefgreifend verändert hat, gehört der Blick über die Deichtorbrücke hin zur Jakobikirche zu den romantischsten der Stadt.
Vom Steintor führte die Straße Hinter der Mauer bis zum Deichtor. Heute ist der Weg, auf dem alle Bürger Herfords noch immer Wegerecht hätten, verbaut. Als Verlängerung dieser ehemaligen Straße zieht sich die Mühlengasse bis zur Radewiger Brücke, an der Grenze zur Altstadt.
Die schön ausgebaute Verbindung am Deichtorwall, direkt am Stadtgraben, gab es noch nicht. Erst 1883 wurde das vom Verschönerungsverein hergerichtete Stück Wall allgemein als Promenade freigegeben. Bereits 1874 erbaute der Fabrikant Schönfeld seine Villa auf einer Befestigungsanlage aus dem Dreißigjährigen Krieg, dem Neuen Rondell. 1940 kaufte die Stadt das Gebäude. 1941 wurde hier das Städtische Museum untergebracht. Bekannt wurde es auch als Pöppelmann-Haus, der allerdings mit diesem Haus nun gar nichts zu tun hat.
Die Promenade am Lübbertorwall wurde 2006 als erstes Wallstück neu gestaltet.