Bürgermeisterhaus

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In der Höckerstraße 4, die ihren Namen von den hier ihre Waren “verhökernden” Kleinhändlern erhielt, hat das imposante Crüwell-Haus die Zeit überdauert.

1538 wurde  es von Heinrich Crüwell, Bürgermeister der Neustadt, erbaut. Es ist ein mehrgeschossiger Bau mit dem ältesten Ziergiebel der Stadt, ein spätgotischer Treppengiebel mit Fialen und Kielbögen. Er erinnert stark an das nur wenige Jahre ältere Crüwellhaus in Bielefeld. Auch das Wippermann-Haus in Lemgo erinnert stark an diese Form. Der Herforder Giebel hat eine gotische Inschrift:

“Gode te Lave, Stadt herforde to deneren, Vnde to der minsschen nutht getimmert, in dem jar vnses Heren 1538. So God dat hus bybbet nivht. Is aller minschen arbeit fel tho licht”.

Zwei Steinfiguren zeigen rechts den Bürgermeister der Neustadt, links seine Frau. Vermutlich war das Rathaus in Münster Vorbild. 1618 war das Gebäude im Besitz des Bürgermeisters der Neustadt (1582-92) Daniel Pöppelmann. Als die Nazis 1936, anlässlich des 200. Todesstages D.M. Pöppelmanns (* 03.05.1662 in Herford; † 17.01.1736 in Dresden), ein repräsentatives Geburtshaus für ihre Feierlichkeit brauchten, wurde daher kurzerhand dieses Gebäude auserkoren. Obwohl das wahrscheinlich falsch ist, wird das Gebäude oft noch immer als Pöppelmann-Haus bezeichnet.