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Bexten-Mühle – Stadtfuehrer Herford

Bexten-Mühle

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Nachdem im 13. Jahrhundert das Stadtgebiet für die Neustadt erweitert wurde, musste neben den Stadtgräben auch ein Wasserlauf quer durch die Stadt geschaffen werden. Dafür fasste man einen Arm der Werre.

Der Name Bowerre kam erst im 16./17. Jahrhundert auf. Vorher sprach man von “großer” und “kleiner” Werre. Das mittelniederdeutsche Wort “borne” bedeutet “Brunnen” oder “aufsprudelndes Wasser”. An der Bowerre, die seit Gründung der Neustadt die Grenze zwischen Alt- und Neustadt bildete, stand spätestens ab Mitte des 14. Jahrhunderts eine Wassermühle. Ausgrabungen im Bereich des heutigen Linnenbauerplatzes haben ergeben, dass der Boden hier zum großen Teil erst aufgefüllt werden musste, bevor die ersten Häuser gebaut werden konnten. Im Laufe der Jahrhunderte trug die auf der Grenze zwischen Alt- und Neustadt gelegenen Mühle mehrere Bezeichnungen. So wurde sie auch Zwischenstädter-, Abtei- oder Siebenmühle genannt. Zum Ende hin war sie allgemein als Bexten-Mühle bekannt.

Bis zur Säkularisierung war sie im Besitz der Abtei. 1811 übernahm sie der Fabrikant Schrewe, der von hier einen Kanal zur ehemaligen Abtei anlegen ließ. Zwischen Münsterkirche und Wolderuskapelle führte der “Kunstkanal” zu den Maschinen der Spinnerei. Nachdem das Wasser das hier befindliche Wasserrad passiert hatte, floss es weiter bis zur Aa. Als Friedrich Ludwig Schönfeld die Fabrik übernahm, wurde ab 1835 mit dem Wasser eine neu eingebaute Turbine betrieben. 1834 umfasste die Bexten-Mühle 4 Mühlengänge. Die Boke-, Graupen-, Öl-, Lohe und eine Schleifmühle waren auf mehrere Gebäude aufgeteilt. Um 1900 wurde der Betrieb auf Lohn- und Handelmüllerei umgestellt.

Bei Bombenangriffen 1944 wurden einige in der Nähe befindlichen Gebäude zerstört, die Mühle beschädigt. Der Mühlenbetrieb ging jedoch weiter. 1960 beschloss der Rat der Stadt Herford, die Bowerre zu verfüllen. Sie kaufte dazu Mühle, Wasserechte und die dazugehörende Insel am Bergertor auf. Weshalb wurde die Bowerre zugeschüttet? Die Wasserqualität war sicher nicht besonders, als Hauptargument jedoch nur vorgeschoben. Einer der wesentlichen Gründe kam bei der Sichtung von Verwaltungsdokumenten ans Licht.

Die Stadt wollte Kosten von etwa 250.000 Mark für die anstehende Unterhaltung verschiedener Brücken einsparen. Dazu kamen private Interessen einiger Herforder Politiker, zu denen der stellvertretende Bürgermeister Kremeyer gehörte. Der führte auf der Ecke zur Höckerstraße ein Juweliergeschäft. Nach dem Zuschütten des Flusslaufes konnte er seine Schaufensterfront um einige Meter verlängern. Das Projekt zog sich, nicht zuletzt durch Klagen einiger Bürger und Institutionen verzögert, bis 1972 hin. Nachdem der Flusslauf zugeschüttet war, führte die Grundwasserabsenkung zu Schäden an der Bausubstanz umliegender Gebäude. Auch an dem des Juweliers Kremeyer.

Der Bereich “Linnenbauerplatz” wurde erst nach dem Abbruch des Komplexes im April 1972 zu einem Platz. Den Namen erhielt er nach der Brückenfigur, dem Linnenbauer.

Im Januar 2000 wurde der Bereich als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Zwischen 2004 und 2006 wurde unter reger Beteiligung der Bürger der neue Platz diskutiert und gestaltet. 2007 wurde mit den Arbeiten begonnen, die im Mai 2008 abgeschlossen wurden. Seither ist dieser Platz zu einem Schmuckstück der Stadt geworden. An warmen Sommertagen spielen im Herzen der Stadt viele Kinder auf einem wirklich tollen Wasserspielplatz.

Literatur: Christoph Mörstedt, Mühlen im Kreis Herford, 1995