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Bergertor – Stadtfuehrer Herford

Bergertor

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Vom Süden her, entlang der Werre, verlief eine uralte Handelsstraße von und zur freien Reichs- und Hansestadt Herford. Daher führte am Bergertor bereits ein Durchgang durch die erste Befestigungsanlage, die Mitte des 13. Jahrhunderts fertig gestellt wurde. Vermutlich zwei Jahrhunderte später wurde diese erheblich verstärkt. Unterlagen darüber gibt es nicht. Durch die Breite des Wasserlaufes konnte eine besonders starke Toranlage errichtet werden. Es wurde die aufwändigste Anlage der Stadtbefestigung. Der gesamte Komplex hatte bereits die Länge der heutigen Konstruktion. Der Weg für den Ankömmling verlief durch das erste Tor, hinter dem sich eine hölzerne Zugbrücke spannte. Auf der Insel in der Mitte des Flusses stand ein weiteres Gebäude. Danach führte eine steinerne Brücke zum nächsten Tor. Hatte man dieses durchquert, erhob sich einige Schritte dahinter ein gewaltiger Turm, der direkt in die Stadtmauer eingefügt war. Jahrhunderte waren Fluss und Mauer sicherer Schutz für die Stadt. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage zusehends.
Als 1765, unmittelbar nach dem Siebenjährigen Krieg, der Wall von der verarmten Stadt versteigert wurde, kam auch dieser Bereich mit unter den Hammer. Stück für Stück wurden die Mauern, Türme und Tore abgebrochen. Da jedoch noch immer Zölle erhoben wurden, errichtete man gegen Ende des 18. Jahrhunderts an jedem der fünf Stadttore Zollhäuser.
Auf einer Stadtkarte von 1826 werden diese Gebäude als Torschreiberhäuser eingezeichnet. In den kleinen Gebäuden lebten und arbeiteten die Zöllner, bis nach Gründung des preußisch-deutschen Zollvereins 1834 allgemein die Zollschranken im Deutschen Reich fielen. Ein alter Radewiger erinnert sich noch heute daran, wie erbost sein Großvater  lebenslang war, dass die Hälfte des Sack Kartoffeln, den seine lippische Braut als Aussteuer in die Stadt transportieren wollte, am Bergertor als Zoll eingezogen wurde. Das Zollwärterhaus auf der Bergertorbrücke wurde 1937als Verkehrshindernis abgerissen.
Als 1895 die Herforder Kleinbahngesellschaft gegründet wurde, begannen auch die Planungen für die Strecke nach Salzuflen. Gleise wurden verlegt und am Bergertor eine Haltestelle gebaut. 1902 war es dann soweit. Entlang des heutigen Hinckleyufers kreuzte vor dem Bergertor die erste Dampflok die Straße. Nach über 60 Jahren Kleinbahnbetrieb fuhr hier am 1. Juli 1964 die letzte Bahn zwischen Bergertor und Kleinbahnhof. Wenige Jahre später wurden die Gleise entfernt und der Bahnhof weggerissen.

Vor ca. 100 Jahren führten mehrere Planungen um den Bergertorkomplex zu den letzten einschneidenden Veränderungen. Der alte Stadtgraben, der von hier über das Renntor zur Aa führte, wurde 1910/11 zugeschüttet. 1912/13 wurde das Ufer entlang der Werre begradigt und eingedeicht. Gemeinsam mit der Stadt und dem Verschönerungsverein ließ zwei Jahre später der Fabrikant Linkemeyer, der hinter seinem Wohnhaus Otto-Weddigen-Ufer 2 die Linkmeyersche Färberei und Rasenbleiche betrieb, die neue Uferpromenade anlegen. Gegenüber, in der heutigen Brachfläche, befand sich die beliebte Flussbadeanstalt Overbeck. Hier wurde nicht nur geschwommen, auch Paddelboote und Kähne konnte sich das geneigte Publikum ausleihen. Insbesondere die Einleitungen der Stärkefabrik Hoffmann in Bad Salzuflen führten zu einer deutlichen Verschlechterung der Wasserqualität. Die Badeanstalt wurde nach dem Badeverbot 1956 geschlossen. 2007 wurden die letzten Reste, ein barockanmutendes Häuschen, zusammen mit der Gastwirtschaft „Niemeier“, der Kegelbahn und weiteren Resten des früheren Ausflugsbetriebs abgerissen.
Um 1970 wurde schließlich die Insel abgebaggert und die Bowerre zugeschoben. Lediglich ein 80cm Rohr, das durch noch erhaltene alte Brücke verläuft, führt heute noch etwas Wasser der Werre bis zur alten Komturei. Dadurch soll hier der Grundwasserspiegel hoch gehalten werden, damit deren hölzerne Gründung nicht verfault.
Zwischen 1940 und 1970 wurden fast alle Fachwerkgebäude rund um die Bergertorstraße abgebrochen und die weitläufige Kreuzungsanlage geschaffen. Die alte Brücke ersetze man durch einen großen Brückenkomplex, alle alten Straßenzüge wurden überplant.
Heute ist an dieser Stelle nichts mehr von dem „alten“ Herford erhalten.
Am 30. Oktober 2010 wurde die beiden Pylone von Dennis Oppenheim in den weitläufigen Kreuzungsbereich gesetzt.